Seit 15 Jahren arbeite ich auch regelmässig als Dolmetscher und Übersetzer (Thai-Deutsch; Deutsch-Thai) für diverse Institute. Ich war auch schon für Recherchen, Interviews und interkulturelle Beratung anlässlich der Dreharbeiten eines Dokumentarfilms in Bangkok engagiert. Und kurzfristig durfte ich auch für das Schweizer Fernsehen an der deutschen Untertitelung eines thailändischen Spielfilms mitarbeiten.
Vor allem habe ich mich auch sozialwissenschaftlich intensiv mit Thailand auseinandergesetzt: Im Rahmen meiner Diplomarbeit am Geographischen Institut der Universität Zürich studierte ich das Alltagsleben im Slum Klong Toey in Bangkok. Zuletzt habe ich im Oktober 2005 mit meiner Dissertation über Spannungsfelder zwischen kulturellen Veränderungen und Traditionspflege im zunehmend globalisierten Bangkok von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (D) den Doktortitel erlangt.
Noch während des Studiums hatte ich das Privileg, als wissenschaftlicher Assistent auch in der Lehre mit Schwerpunkt Kultur- und Sozial-geographie tätig zu werden. Das Studium schloss ich 1994 ab mit meiner Diplomarbeit über das Alltagsleben in Klong Toey, dem grössten Slum Bangkoks. Im Rahmen dieser Studie hatte ich die Gelegenheit, für drei Monate im Slum zu leben.
An der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Deutschland) erhielt ich eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und konnte so meine Dissertation in Angriff nehmen.
Nach zwei Jahren Forschungs- und Lehr-tätigkeit in Jena nahm ich die Gelegenheit wahr, zwecks Konzentration auf die Doktorarbeit wieder nach Bangkok zu reisen, wo ich dann zwei weitere Jahre geforscht habe. Die im Oktober 2005 abgeschlossene Arbeit handelt von Spannungsfeldern zwischen kultureller Veränderung und Aufrechterhaltung von Traditionen im zunehmend globalisierten Alltagsleben in Bangkok.
Während all der Jahre intensiver Auseinandersetzung mit Kultur, Lebensweisen und Sprache konnte ich immer wieder erfahren, dass Sprachkenntnisse den wohl wichtigsten Schlüssel zum Verständnis unterschiedlicher Weltanschauung bieten. Umgekehrt ist auch die Bereitschaft für die Auseinandersetzung mit der Kultur eine wichtige Voraussetzung für das Erlernen der Thai-Sprache.
Diese wechselseitige Verknüpfung von Sprache und Kultur wird auch in meinen Kursen betont: Die Thai-Sprache zu lernen bedeutet auch, die Bedeutung von Wörtern, Redewendungen und Sätzen in den gelebten Alltag einzubetten. Eine Sprache zu unterrichten ist somit mehr als blosse Übersetzungsarbeit: Ich sehe meine Aufgabe als Kursleiter und Autor darin, Ihnen über die Sprache ein vertieftes Verständnis für Denkweisen und Weltbilder zu vermitteln.
Sie mögen sich nun berechtigterweise fragen:
Kann jemand mit deutscher Muttersprache die Thai-Sprache tatsächlich so gut beherrschen, dass er diese unterrichten kann? Ist es nicht immer besser, von einem Thailänder / einer Thailänderin unterrichtet zu werden?
Selbstverständlich ist es von zentraler Bedeutung, dass der Sprachlehrer die von ihm unterrichtete Sprache einwandfrei im Griff hat. Allerdings: niemand beherrscht eine Sprache “perfekt”, sei es die eigene Muttersprache oder eine Fremdsprache. Dennoch bin ich bin davon überzeugt, diese Voraussetzung zu Ihrer Befriedigung erfüllen zu können.
Ist die entscheidende Frage nicht vielmehr jene nach der didaktischen Aufbereitung und Fähigkeit der Vermittlung? Eine Sprache zu beherrschen ist noch lange kein Garant dafür, diese auch Fremdsprachigen erklären und vermitteln zu können. Kann es nicht gerade im Anfangsstadium äusserst hilfreich sein, einen Lehrer vor sich zu haben, der Thai selbst mal als Anfänger lernen musste, der sich dadurch selbst mit den Schwierigkeiten der Thai-Sprache als Fremdsprache auseinanderzusetzen hatte, der sich eigene Eselsbrücken gebaut und spezifische Lerntechniken entwickelt hat?
Entscheiden Sie selbst, wie Sie diese Fragen beantworten möchten. Oder noch besser: Überzeugen Sie sich im Lehrmittel oder in einem meiner Kurse persönlich von meinen Fähigkeiten als Thai-Lehrer. Ich würde mich ausserordentlich darüber freuen, Ihr Vertrauen in Anspruch nehmen zu dürfen.
Keine schlechte Adresse. Überlebensstrategien im grössten Slum Bangkoks – die Leute von Klong Toey. In: NZZ Folio, Nr. 2, Februar 1994, S. 14-19
Soziale und wirtschaftliche Verflechtungen im Alltag von Slumbewohnern in Bangkok. Analysiert am Beispiel von informellen Hafenarbeitern im Slum Klong Toey. Diplomarbeit. Zürich (1994): Geographisches Institut der Universität Zürich
Überlebensstrategien oder Lebensformen? Soziale und wirtschaftliche Verflechtungen im Alltag von Slumbewohnern in Klong Toey, Bangkok. In: Geographica Helvetica 1995, Jg. 50, Nr. 2, S. 43-52
Transkultureller Alltag – Kinobesuch in Bangkok. In: Praxis Geographie, Sozialgeographie – Geographie des eigenen Lebens. Heft April 2002, Braunschweig: Westermann Verlag
Making Sense of the World in Reach. A Study on Everyday Geography-Making in Transcontextual Lifeworlds. With Empirical Inquiries into Consumption and Communication in Contemporary Bangkok. Dissertation, Friedrich-Schiller-Universität Jena. Oktober 2005





